Forum für Philosophie und Politik

Als wir 1976 die „Berliner Frauenzeitung Courage“ gründeten, hatte ich schon heftige Lebenswehen hinter mir. Dazu gehören eineinhalb Jahre politische Haft in Prag nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in Prag. Und in Berlin an der Freien Universität folgte ein Berufsverbot, weil ich für ein Osteuropa-Institut immer noch zu links war.
Die Zeit des Feminismus, der Gründung der Courage war ein Aufatmen, eine lange Phase der Kreativität. Sie war aufreibend, hatte aber immer einen Sinn. Acht ganze Jahre lang arbeiteten wir daran, die Lebenssituation von Frauen zu verändern. Mitte der 1980er Jahre hatte sich die Frauenbewegung dann so diversifiziert, dass sie keine zwei Frauenzeitungen mehr trug. www.couragefrauenzeitung.de
Und danach? Musste ich mich erst einmal um mich kümmern. Ich lebte 24 Jahre in Bonn, arbeitete für den Vorwärts, den WDR und SFB und SWR. Und machte Untersuchungen für die Hans-Böckler-Stiftung zum Beispiel über die soziale und psychische Situation der politischen Gefangenen der DDR. Eine zweibändige Geschichte der DGB-Frauen entstand auch in dieser Zeit. Beide Titel sind erschienen im Verlag Psychosozial.
Seit 2012 lebe ich im Wendland und organisiere regelmäßig Veranstaltungen im „Archiv der unveröffentlichten Texte.“ www.archiv-der-unveroeffentlichten-texte.de. Als jüngstes Produkt verantworte ich für den Verein Frauenpolitik in Niedersachsen eine Ausstellung zum Thema Wahlen. „Vote Women Vote“ heißt sie und zeigt Wahlplakate, auf denen die Parteien um die Stimmen der Frauen werben. Ein grafisches und geschichtliches Kaleidoskop der Frauenpolitik, denn die Plakate stehen für die Demokratie aus Frauensicht von 1919 bis 2025. Und sie kann überall gezeigt werden: https://frauenpolitik-nds.de/ausstellungen/
Last but not least habe ich auch meine Familiengeschichte recherchiert und aufgeschrieben, um erst endlich selbst zu verstehen, warum ich wurde, was ich bin. Der Titel: Warum hat mir das niemand erzählt? Zu bekommen ist das Buch im Helmer Verlag.