Forum für Philosophie und Politik
oh no, ich habe gerade einen ganz langen Kommentar verfasst, und er ist weg, jetzt muss ich mich erstmal fassen...
Artikel: Ein Crush vor mehr als 50 Jahren und einer vor wenigen Wochen
Liebe Fidi Bogdahn, da mich mehrere Nachfragen erreicht haben, wegen der freien Spiritualität der Beginen, wurde das Video auf dem "Beginen heute-Kanal" noch einmal erneuert und die Hintergründe tiefgreifender erklärt. Das ist der Grund, warum der obige Link nicht mehr greift. Ich bitte dies zu entschuldigen. Dies ist der neue Link zum Video "Die freie Spiritualität der Beginen": https://youtu.be/w9Ij6JzltxE Viel Freude beim Anschauen Uta-Maria
Ja, das kann ich mir wirklich gut vorstellen, wie enttäuschend so ein 'Kunstbesuch' ist, wenn man selbst als Frau (oder Mann) (oder Selbstdefiniertes Wesen) darin nicht vorkommt. Schade. Gerade Haare sind doch eine wesentliche Möglichkeit sich zu fühlen und zu gestalten. Und auch Macht auszuüben. Oder Lust zu schenken. Na ja, vielleicht lernen wir dazu.
Artikel: "Let the sunshine in, let the sunshine in, the sunshine in"
(Un)Liebe Courage-Frauen, Sie haben alle viel für uns Frauen getan und ich hoffe, Sie sind weiter überall da produktiv wo Sie jetzt sind. Ich hatte damals die Courage - toller Titel übrigens - abonniert und oft gestaunt über Probleme, die mir gar nicht bewusst gewesen waren, die ich aber voll bestätigen konnte. Und dazu habe ich heute noch das Bild des kleinen Baby-Mädchens, das mit Gewalt penetriert worden ist...
Artikel: „Wir waren das Ende des Nebenwiderspruchs“ – fünfzig Jahre Courage
Vielen dank Antje, Auch eine andere wichtige Italienische Feministin ist gestorben. Anna Hilbe war: fondatrici nel 1977 di Librellula, la prima Libreria delle donne a Bologna. https://www.ilrestodelcarlino.it/bologna/cronaca/morta-anna-hilbe-fondo-librellula-16c9e0e5
Artikel: Abschied von Lia Cigarini
Danke für den Beitrag. Bei der Überschrift habe ich erst gedacht, das geht mich nichts an ( habe auch keine Kinder), aber ich finde die Bezeichnung auch für überholt. Da sich immer mehr abzeichnet, dass Frauenkörper nicht nur wegen der Fortpflanzung anders gesund und krank sind als Männer, wäre es schön, wenn eine Frauenklinik das berücksichtigen würde, und sich nicht nur auf die Fortpflanzung zu beschränken. Da ich chronisch krank bin, bin ich jedesmal verunsichert, ob das ärztliche Gegenüber im Blick hat, dass Frauen anders „funktionieren“ als Männer.
Artikel: Frauenklinik
Danke, liebe Antje, dass du diesen Nachruf für uns geschrieben hast!
Artikel: Abschied von Lia Cigarini
Vielen Dank für diese wundervolle Würdigung. Die Dame ist der Jahrgang meiner Großmutter, und obwohl nicht adelig und obwohl nicht so "erfolgreich" (sie hatte Pianistin werden wollen und durfte nicht), finde ich Züge von ihr wieder in dieser Beschreibung. Und welch blitzende Augen auf diesem Photo!! Schön, daran erinnert zu werden.
Liebe Jutta, was für eine wundervolle Hommage an eine Frau, ich bin sehr gerührt von dieser Würdigung einer einprägsamen Erinnerung und wie du diese beschreibst! Ich kann sie total nachempfinden. Ich finde sehr interessant, was du schreibst bezüglich der Privilegien. Ich bin da ganz deiner Meinung. Ich habe darüber auch oft nachgedacht in letzter Zeit und auch darüber geschrieben in meinem Substack-Text "Von Superwoman zu Witchyness". Ich habe da die sehr gegensätzlichen Schwestern- und Freundinnenpaare in den Disneyfilmen "Frozen" und "Wicked" angeschaut, und dabei ist mir aufgegangen, dass diese Paare nur im Zusammenschluss ihrer gegensätzlichen Seiten des symbolischen Weiblichen "das Ganze" im Blick und im Gefühl haben können. Dass es im Grunde nicht in erster Linie darum geht, das Augenmerk auf Privilegien oder Unterdrückung im System zu legen, um gesellschaftliche Veränderungen generieren zu können, sondern dass das In-Anspruch-Nehmen-Können oder Nicht-In-Anspruch-Nehmen-Können von gesellschaftlichen Privilegien für unterschiedliche Erfahrungen sorgt, und dass es um diesen Zusammenschluss von Erfahrungen geht. Und zwar zudem mit Fokus auf die vereinende Liebe zweier Frauen - also auf die Frauenpaare in den Disneyfilmen bezogen - und deren Aufeinander-Bezogensein in Differenz, nicht auf ein spalterisches Misstrauen und gegenseitiges Ausspielen in Hass, Neid und Eifersucht. (Hier ausführlicher nachzulesen: https://annenewballduke.substack.com/p/von-superwoman-zu-witchyness-part-2f0 Also ich meine: Klar muss ich mir meiner Privilegien bewusst sein, aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich meine Erfahrungen verstecken muss, weil sie angeblich nicht wertvoll sind für das Nachdenken über das gute Leben für alle Würdeträger*innen, dann erschaffen wir plötzlich eine Welt ohne das Gefühl von Leichtigkeit und davon, dass Dinge, die für einige sehr schwer sind, für andere sehr einfach und selbstverständlich sein können. Das ist in allen Dingen des Lebens so, nicht nur, wenn wir den Fokus auf Privilegien richten. Wir gehen viel zu oft aus, dass die Dinge, dass das Leben schwer sein muss und "hart verdient" usw., damit es gut und richtig gelebt ist. Dass wir uns auf die schlechten und unangenehmen Seiten fokussieren müssen, diese in allen möglichen Formen ausleuchten müssen, damit wir wissen, wie wir ein gutes Leben leben können. Ich glaube das nicht. Alle Erfahrungen sind wichtig, und die Wiederentdeckung und Nichtunterschätzung der Leichtigkeit und der Freude sind gerade in diesen Zeiten absolut überlebensnotwendig. Vielleicht ist das eh so auch eine Idee dieser Crush-Reihe... dass wir uns auf die schönen, guten, singenden und klingenden Seiten in unseren Beziehungen besinnen statt auf die spaltenden, scham-, wut- und angstbesetzten usw. Ich meine, wie soll das überhaupt gehen? Aus Gefühlen der Spaltung, Scham, Wut und Angst heraus gute Gedanken über das Leben zu bekommen? Eigentlich sollten wir uns alle gegenseitig immer darin unterstützen, dass wir so oft wie möglich in unserer Freude stehen können, dass wir uns gegenseitig die Räume öffnen statt sie zu schließen (mit schlechter Laune, Voreingenommenheit, Projektionen, Schubladen, wenn wir Pessimismus über Weltlage auch auf unsere persönlichen Beziehungen ausweiten ("Wie kannst du gerade so gut drauf sein, wo doch das und das in der Welt passiert?!") usw.), damit wir jeweils tun können, was wir lieben.
Liebe Fidi Bogdahn, genau, im Beginenhof Nordhastedt ist das so, denn Religion, oder eine religiöse Anbindung, ist keine Voraussetzung, um ein spirituelles Leben zu führen. Hierzu gibt es einen Vortrag von mir auf dem "Beginen heute" YouTube Kanal: https://youtu.be/pi1uHmxANI8 Es gibt da aber keine Vorgaben, denn in den Höfen gibt es vielfältige Lebensentwürfe. Man kann auch einer Religion angehören, wenn man das wünscht. Herzliche Grüße Uta-Maria
kleine Nachfrage: " Der Beginenhof Nordhastedt hat einen sehr intensiven Gottesbezug, ist dabei jedoch frei-spirituell und nicht religiös“ - Ist unter ´Gottesbezug...nicht religiös´ gemeint, er ist bzw. ihr seid weder evangelisch noch katholisch...?
Und hier noch der Link auf meine Rezension in er Zetschrift 'Neue Wege - Religion, Sozialismus, Kritik': https://www.neuewege.ch/das-ganze-der-wirtschaft-den-blick-nehmen?search=Care
Artikel: Das Innen und das Außen des Kapitalismus: strukturverwandte Ausbeutungsverhältnisse
Achso, und das mit dem Buchcover von Luisa, das wusste ich natürlich! Deswegen habe ich das Bild auf dem Flohmarkt überhaupt gekauft. Bzw. ... ich stand vor dem Bild und dachte an Luisa und die Bauernhof-Frauen gleichzeitig. Siehst du, das hätte ich auch noch schon in den Text bauen können, weil das sind ambivalente Denk-Spagate, die ich wirklich wirklich liebe, die das Denken überhaupt in Gang setzen bei mir.
Liebe Dorothee, ach, vielen Dank, so schön, dass dir die Idee gefällt! Ich bin immer so erleichtert, wenn bei irgendeiner irgendetwas zündet, weil es ist nicht einfach, alles, was man so im Kopf hat, in die Worte zu packen, damit es möglichst viele berührt. Vielleicht kannst du mir in einer ruhige Minute nochmal sagen, warum dir das Lesen meiner Texte schwerfällt. Ja... das Begehren betreffend hatte ich auch das Gefühl, einen "neuen" Zugang gefunden zu haben. Ich weiß auch nicht, ich orientiere mich momentan eher an der Freude, an den guten Gefühlen von Menschen, ich schaue momentan immer hin, wenn Menschen strahlen; auch allgemein. Ich denke, das ist meine Form von Überlebensmodus in diesen Zeiten. Ich denke aber auch, oder ich entdecke dabei, dass hier ungeahnte (Gedanken-)Möglichkeiten schlummern, die es eigentlich gerade in solchen Zeiten zu aktivieren gilt. Ich denke, wir unterschätzen, dass wir uns am meisten in und von dieser Welt fühlen, wenn wir in dem aufgehen, was wir lieben. Bei deinem Text damals... welcher war das, auf den ich mich bezogen habe.. ich schau gleich nochmal, da habe ich schonmal das Gefühl gehabt, dass viele Begriffe des Differenzfeminismus SOFORT in mir klangen und resonierten und Freude und Bejahung ausstrahlten; und zwar, bevor ich mich mit ihnen "theoretisch" befasst habe, was ja immer auch eine Einladung in die Praxis ist. Jedenfalls... empfand ich schon immer, dass viele Begriffe weiter zu ziehen sind, bzw. sie ziehen von sich aus viel weitere und tiefere Kreise als "nur" ... das ist jetzt schwer auszudrücken.... sie können nicht nur "wirken" innerhalb einer differenzfeministisch bewussten Frauengruppe. Das meine ich nicht despektierlich, für mich verändert es einfach den Denkrahmen. Es kann auch sein, dass ich das jetzt nur erst alles entdecke in einem sehr langsamen Prozess, und ihr das schon wisst, keine Ahnung. Jedenfalls... ich glaube, so gesehen... Differenzfeminismus ist keine Denknische, und auch nicht nur eine ernste philosophische Praxis zwischen Frauen oder so... sondern trägt Freude in sich, und allein deswegen existiert und gedeiht er überall um uns herum in "grober Form", in gewissem Sinne, wenn wir hinschauen. Also im Sinne von... wir müssen nicht den Differenzfeminismus zu den Leuten "außerhalb" tragen (das auch!! keine Frage!! es ist immer ein hin und her), aber wir können auch schauen, wo er sich alles "unbewusst" (iSv noch nicht ins Bewusstsein gehoben und von Worten entdeckt) schon befindet, wo wir ihn nicht vermutet haben. Keine Ahnung... da werde ich einfach immer weiter dran rumdenken und hinterherfühlen. Danke liebe Dorothee <3
Liebe Anne, normalerweise lese ich Texte zum Nachdenken lieber selbst, anstatt sie mir vorlesen zu lassen. Doch letzte Woche saß ich im Zug, hatte noch etwa 6 Std. Fahrt vor mir, und es war schrecklich voll, laut und unruhig. Da hab ich es sehr genossen, deine Stimme direkt in meine Ohren zu kriegen und konnte mich viel besser auf deine Gedanken einlassen als beim Lesen deiner Texte. Das war die erste beglückende Erfahrung. Und dann der Inhalt: Es begeistert mich, neue Unterscheidungen zu lernen. Das Wort "verknallen" mag ich zwar nicht, aber "einen crush haben auf" kannte ich nicht, das übernehme ich jetzt erstmal. Was euch Heteras sicher nicht so schwer fällt, war für mich bis jetzt die Unterscheidung in "mich in eine Frau verlieben" (und eine romantische Beziehung wollen) und das, was du mit dem crush beschreibst: Die Freude beim Zuschauen, wie eine andere Frau etwas tut, was sie liebt. Und das ist zudem ein ganz neuer Zugang zum Wahrnehmen und Wertschätzen des Begehrens. Einfach genial! Die restliche Fahrt über dachte ich über all meine bisherigen "Verliebtheiten" und Beziehungen nach und sah, wo mir diese Unterscheidung gefehlt hat, so dass ich meinte, eine Liebesbeziehung eingehen zu müssen, obwohl ich "nur" einen crush hatte, mich freute, der anderen zuzuschauen, während sie etwas tat, was sie liebte. Ja, und das konnte dann auch dazu führen, dass die Beziehung schief ging und ich die andere Frau oder/und mich unglücklich machte. Übrigens noch was: Das schöne Bild von Vermeer ist auf dem Cover von Luisa Muraros Buch "Vom Glück, eine Frau zu sein"!
Liebe Anne, auch ich lerne das. Immer wieder. Es ist wirklich nicht einfach, zumal eine auch aufpassen muss, die eigenen Energien genau da einzusetzen, wo das eigene Begehren eine hinführt, statt unnütze und energiefressende Kämpfe zu führen oder Bündnisse aufrecht zu erhalten. Ich würde gerne noch mal weiterdenken über den Unterschied zwischen dieser Arbeit der Aufmerksamkeit und dem „modischen“ Schlagwort von der „Achtsamkeit“. Ich denke, der Unterschied liegt in der Bezogenheit auf die Welt, die anderen, statt auf sich selbst. Das ist auch wichtig mitzudenken. Und weiter…
Liebe Anne, der Name Anneke begegnet mir wirklich selten, und hier gleich als Vor- und als Nachname. Erst am Ende verstand ich meine Namensverwirrung :) Dankeschön für diese Buchvorstellung, klingt gut!! Liebe Grüße, Anne (und schon gibt es 4xAnne... hehehe...)
Artikel: Sich wandernd die Welt aneignen
Vielen Dank für das Gespräch und die Gedanken zu Antjes Buch. Was ich inspirierend finde: wie wir individuell und gemeinsam unsere Freiheit verteidigen können oder auch müssen. Iris Murdoch und die "Arbeit der Aufmerksamkeit" kannte ich noch nicht und hab sie irgendwie im Buch auch überlesen. Den Gedanken, dass es eine persönliche Notwendigkeit gibt, sich für bestimmte Dinge einzusetzen, finde ich auch ganz zentral. Das lerne ich gerade: Dass dem eigenen Begehren zu folgen auch beinhaltet, etwas einzusetzen, sich anzustrengen. Dass das sich zwar stimmig und richtig anfühlt, aber nicht unbedingt einfach ist.
Liebe Kathleen, oh ja, das hoffe ich auch, dass sich ein paar inspiriert fühlen und aktiviert werden! Du vielleicht? ;)
Uhhh yesss, mein absoluter Traum! ;) :) :) made my Day, thank you Vivi <3
Hach, wie passend, dass der Text von DIR ist! Seit ich zwei Folgen von “Aus der Zeit gefallen” gesehen habe, habe ich einen Crush auf Dich <3 Freue mich auch auf die Serie!
Hach Anne, genau das! Noch mehr als das Was, ist es das Wie, das mir ein Grinsen ins Gesicht zaubert, wenn ich eine Frau für ihr Tun bewundere. Freue mich sehr auf die Serie.
Toll, danke für den Einblick, liebe Jutta!
Artikel: CLOSE ENOUGH – Neue Perspektiven von 13 Fotografinnen der Agentur Magnum
Marlies Krämer ist Anfang Februar gestorben. Der Film lässt sich hier streamen: https://www.conflow.org/diekundin
Artikel: Die Kundin: Dokumentarfilm über das Leben und Wirken von Marlies Krämer
Vorab: Ruft man diese Seite auf, erscheint ein Warnhinweis und man muss zunächst das "Risiko" per Klick akzeptieren, um weiter zu kommen. Vermutlich ist das Zertifikat abgelaufen! Zum Thema: "Jogginghose im Supermarkt" würde ich jetzt nicht als Verfall der Privatsphäre labeln. Es ist eher Ergebnis der 68-er-Kulturrevolution, dass Kleiderordnungen hinterfragt und nicht mehr überall und immer akzeptiert wurden. Die FREIHEIT, selbst zu bestimmen, wie man sich kleidet, ist ja durchaus eine Errungenschaft - finde eher schlimm, dass im allgemeinen Rollback so vieles wieder verschwunden ist, z.B. lange Haare bei Männern und "Casual" Klamotten statt Anzug und Krawatte. An manchen Stellen vermisst man aber die einstigen "Sekundärtugenden" schon!
Ich glaube, es stimmt, dass diese Beobachtungen mit der Care-Krise zusammenhängen. Aber auch diese ist ja mit der Dichotomie von öffentlich/privat verbunden. Genauso wie der „Prozess der Zivilisation“, den Norbert Elias beschreibt, und in anderen Worten Freud als „Zwang zum Selbstzwang“ in der bürgerlichen Gesellschaft. Es wurde eben kaum mitgedacht, wie eng jene Prozesse mit dem Geschlechterverhältnis und einer bestimmten Rollenverteilung verknüpft sind. Was nun, frage ich mich (und uns)? Wir können keine Restauration wollen (und sie ist ja auch ökonomisch gar nicht möglich), aber dennoch beobachten, wie der Verlust des Bewusstseins für die Unterscheidung zwischen öffentlich und privat Begegnungen im öffentlichen Raum anstrengender und unangenehmer macht.
Ich meine, das Private ist weiterhin politisch und es bleibt weiterhin aktuell, elitäre Räume, die nicht zur Teilhabe für alle gleichermaßen offenstehen zu problematisieren und berechtigte Geheimhaltungsinteressen von Ausschlusseffekten abzugrenzen. Deine Beobachtungen würde ich eher im Rahmen der Carekrise verorten und als Verwahrlosungserscheinungen bezeichnen, die sich unabhängig vom öffentlichen oder privaten Raum ereignen. Verwahrlosung beinhaltet hier auch Nichtwissen und Vereinsamung/Vereinzelung beim sozialen Verhalten privat und öffentlich, beim "Haushalten" und auch betreffend das Abstumpfen gegenüber Verrohungen und Gewalt. Trotz Wohlstand in einer Bedarfsweckungsgesellschaft sind wir insoweit auf neue Art verarmt. Und das ist kein Probelm von jung, alt, Boomer oder Jugend. Und es heißt auch nicht, dass ich früher alles besser fand. :-)
Dein kleiner historischer Rückblick gefällt mir, liebe Jutta, und auch die Anregung zum weiterdenken, mit der Dein Blitzlicht endet!
Liebe Dorothee, erst jetzt habe ich diesen Text gelesen, ich finde Deine Erfahrungen hochinteressant. Es bestätigt mich in meiner "Befürchtung", dass ich das Problem "Rücksichtslose auf dem Fahrrad" z. B. bei B90/Die Grünen gar nicht erst thematisieren sollte. Ich habe neulich erst erleben müssen, wie die beim Thema Rente für ältere Mütter über mich hergefallen sind. Es streßt mich. - Wahrscheinlich werde ich die Partei verlassen. Ich bin in den letzten Jahren mehrere Male von sehr schnell Radfahrenden gestreift worden. Es ist jedesmal ein Schock! Der letzte ist noch nicht lange her, in der Innenstadt, beruhigte Zone, Fahrräder nicht erlaubt: eine junge Frau auf einem E-Bike! Die anderen Male auch dort und auf Gehsteigen bzw. kombiniertem Fuß-/Radweg, bergab, große Geschwindigkeit. Danke, dass Du diese Glorifizierung des Radverkehrs angesprochen hast - und überhaupt das Thema Ideologien.
Artikel: Ideologie erkennen
Da hat Antje mit ihrem Streiflicht ja eine feine Diskussion in Gang gesetzt, an der ich mich nun auch beteilige. Früher habe ich gern und viele Romane gelesen, aber in letzter Zeit langweilen mich die vielen preisgekrönten Romane zunehmend, egal, ob von den etablierten Herrschaften des Literaturbetriebs oder schreibtalentierten Newcomerinnen. Vor Jahren sagte mir eine ältere Freundin (deren damaliges Alter ich inzwischen erreicht habe), sie läse keine Romane mehr, sondern nur noch Biografien. Das konnte ich damals nicht verstehen, inzwischen geht es mir ähnlich. Das "echte" Leben ist so eindrucksvoll und vielseitig, was brauche ich da diese ganzen ausgedachten Geschichten? Antjes neues Buch über die drei amerikanischen Anarchistinnen zum Beispiel ziehe ich den Phantasieschicksalen in einem Roman unbedingt vor. - Aber Ausnahmen gibt es natürlich auch: Meine Buchtipps wären "Lichtungen" von Iris Wolf (es spielt in Rumänien, ein Land, von dem ich vor meiner ersten Reise dorthin gar nicht wusste, dass es so schön ist) und "Vom Aufstehen" von Helga Schubert, das aber eher in Richtung Biografie geht.
Artikel: Qual der Wahl
Jetzt endlich habe ich Antjes Buch gelesen - und nebenbei ganz viel gelernt über spannende Details der US-amerikanischen Geschichte. Annes weiterdenkender Rezension ist nicht viel hinzuzufügen. Es ist einfach ein gelungenes Sachbuch, das sich sehr vergnüglich liest.
Liebe Brigitte, das wäre doch mal eine Idee. Eine Art Buchclub auf bzw. Eine schlägt ein Buch vor und schreibt einen kurzen Teaser und dann tauschen wir uns ein oder zwei Monate lang über dieses Buch in den Kommentaren aus. Ich fände das toll. Ob sich wohl genug Leserinnen finden würden, damit das funktioniert?
Artikel: Qual der Wahl
@Antje: Die beiden hab ich noch nicht wieder gelesen, damals mochte ich sie. Ob Anne Tyler deinen Geschmack trifft und was ein guter Start für dich ist, weiß ich nicht. Es ging mir mehr drum, dass ich gerade alte Bücher nochmal lese statt neue zu suchen.
Artikel: Qual der Wahl
Sehr spannend, vielen Dank!
Artikel: CLOSE ENOUGH – Neue Perspektiven von 13 Fotografinnen der Agentur Magnum
Liebe Antje, mir geht es eher umgekehrt: Es gibt immer so viele Empfehlungen, dass ohnehin klar ist, dass ich nicht alles lesen kann, was mir von verschiedenen Seiten (Buchclubs, Freundinnen, Zeitungs- und Zeitschriftenrezensionen empfohlen wird.). Ich versuche eine Mischung herzustellen aus Texten, die älter sind und Neuerscheinungen. Dabei machen die Neuerscheinungen höchstens ein Viertel meiner Lektüren aus. Um Dir noch mehr Auswahl und Qual zu bereiten, hier mal ein paar ausgewählte Empfehlungen von mir (ich lasse alle weg, die ich gut finde, von denen ich aber glaube, dass sie für dich nicht so interessant sind): Emily Ruskovich: Idaho (2018) Großartiger Roman, den ich vor 6 Jahren gelesen habe, über den ich aber immer noch häufig nachdenke. Gu Byeong-Mo: Frau mit Messer (2025) Bestseller aus Südkorea - krass und cool! R.F. Kuang: Babel (2022) Ein Genre, von dem ich vorher noch nie gehört hatte: Dark Academy Wälzer - ich liebe lange Familienromane - z.B. Vikram Seth: A suitable boy (die Geschichte 3 Familien aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Ethnien im Indien der Nach-Kolonialzeit) John Galsworthy: The Forsyte Saga (kennst Du vielleicht aus verschiedenen Verfilmungen, aber ich finden die Romane besser als alle Verfilmungen, die ich gesehen habe) Elisabeth Goudges: Green Dolphin Country Fantasy (lese ich sonst weniger, aber das war einfach genial und beschäftigt mich auch immer noch) Lee Young-Do: Die Legende vom Tränenvogel Bd. 1-4
Artikel: Qual der Wahl
@Anne - gleich mal Anne Tyler googeln ... / PS: Claude empfiehlt mir mit "Dinner at a Homesick Restaurant" anzufangen, alternativ "A spool of blue thread" - würdest du zustimmen?
Artikel: Qual der Wahl
@Ina - danke für den Hinweis auf Joseph Roth!
Artikel: Qual der Wahl
@Adelheid - ja klar, "künstliche Intelligenz" sollte man das wirklich nicht nennen, weil es nicht intelligent ist. Eigentlich sind es "automatisierte Sprachmodelle", aber das klingt halt nicht so anschaulich :)
Artikel: Qual der Wahl
Als nicht mehr aktive Buchhändlerin finde ich es schwieriger, meine Bücher auszuwählen, seit sie mich nicht mehr täglich umgeben. Was mich leitet, ist ähnlich geblieben: Ich hab die Bücher am liebsten in der Hand. Wenn ich dazu in eine Buchhandlung gehe, hat die schon eine Vorauswahl getroffen. Idealerweise passt die zu meinen Vorlieben. Bibliothek geht auch, nur gibt es da eine kleinere und eher nicht so zu mir passende Auswahl. Dann: mal gucken, was es von Lieblingsautor*innen und -verlagen Neues gibt. Cover und Klappentext angucken, reinlesen. Außerdem Bücher angucken, die mir empfohlen wurden oder über die ich Rezensionen gelesen habe. Und einfach stöbern. (Digital geht es ähnlich, da fällt nur leider die Vorauswahl weg.) Gerade lese ich alle meine alten Romane von Anne Tyler nochmal und finde diese kleinen Mittelstands-Ehe- und Familiendramen tröstlich.
Artikel: Qual der Wahl
Liebe Antje, das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Bin gespannt, ob die KI Recht behält. Ich nehme ja z.B. gern deine Empfehlungen auf - Stichwort "Antje las ein Buch" :-) Gerade liegt z.B. besagter Roman von Ian McEwan auf meinem Nachttisch und gefällt mir bislang sehr gut. Also danke schon mal dafür. Ansonsten gucke ich gern in die Empfehlungen in der ZEIT, filtere nach potenziell interessanten Inhalten bzw. Geschichten. In der Bibliothek / im Buchladen lese ich dann eine beliebige Seite Probe. Da geht's mir wie dir: Wenn mir der Stil nicht gefällt, bleibt es liegen. Und weil eh nicht alles gleichzeitig vor Ort verfügbar ist, dezimiert sich die Liste dann auch wieder. Und dann das Gegenteil von so einer strukturierten Suche: Manchmal gibt es ein Zufallsfundstück aus einem Bücherschrank, da hatte ich auch schon Glück mit mir gänzlich unbekannten AutorInnen und Romanen.
Artikel: Qual der Wahl
Mit KI-Empfehlungen habe ich mittelmässige Erfahrungen gemacht. Einmal habe ich nach zeitgenössischen chinesischen Romanen gefragt. Da wurde mir einer aus Hongkong in höchsten Tönen gelobt, den ich dann nicht mal zur Hälfte gelesen habe, weil er so eklig und gleichzeitig langweilig war. Aber es gab auch schon gute Empfehlungen. Zum Glück gibt's auch noch die Klassiker*innen. Letztes Jahr habe ich endlich Tolstoi "Krieg und Frieden" gelesen, das entbindet eine Weile von der Romansuche, einfach weil es so ein megadickes Buch ist. Und dann Joseph Roth, Radetzkymarsch und Hiob. Genial.
Artikel: Qual der Wahl
Ich hab' das Buch im November gelesen und fand es auch ein bisschen interessant, allerdings geschrieben wie ein zu lang geratener Schulaufsatz. Das Buch steht jetzt bei mir rum und könnte die Besitzer*in wechseln, kostenfrei. Wer will es haben? (Versand wegen hoher grenzüberschreitender Portokosten vorzugsweise in der Schweiz).
Liebe Antje, mir geht es ähnlich wie Dir, es gibt einfach so viele interessante Bücher. Ich habe aber entdeckt, dass mir das Lesen am besten gefällt, wenn ich mich darüber mit jemandem austauschen kann. Dadurch entsteht ein interessanter Austausch, in den auch die unterschiedlichsten Lebenserfahrungen einfließen.
Artikel: Qual der Wahl
Jetzt bin ich gespannt, ob die sogenannte KI wirklich den persönlichen Geschmack getroffen hat. Neulich nannte eine Teilnehmerin an einem online Philosophieseminar KI: künstliche Interaktion. Dieser Begriff passt meines Erachtens besser als künstliche Intelligenz. Frohes Lesen wünsche ich und ein friedensreiches 2026!
Artikel: Qual der Wahl
Frohe Weihnachten Gestern in der Heiligabend Predigt sprach die Pastorin von dem Wunder, das jede Geburt ist. Besonders erinnere ich den Satz: „Gott kommt mit der Macht eines schreienden Babys“. Wie ich finde, eine sehr beeindruckende Macht.
Artikel: Die vergessenen Frauen
Liebe Dorothee danke für deinen liebevollen und sorgfältigen Text. Er eignet sich hervorragend, um andere, die vielleicht Antje noch nicht kennen, mit ihr bekannt zu machen. Herzlich Gabriele
Liebe Anne Vielen Dank für die schöne informative „weihnachtliche“ Besinnung. Eine Anmerkung zu Maria so passiv ist sie nicht. Bemerkenswerterweise erzählt Lukas, das sie gefragt wurde, ob sie denn Mutter werden möchte. Was ja selbst heute nicht selbstverständlich ist. Insofern sind die beiden Marias Schutzpatroninnen aller Frauen die Gewalt erfahren. Maria aus Magdala ist benannt nach einem Ort , der im Krieg gegen die Römer völlig zerstört und die Menschen schlimmster Gewalt und Grausamen Tod ausgesetzt waren. In dieser grausamen Zeit der Not ihres Volkes sagt Maria ja zum Leben ja zum göttlichen Plan der heilenden Liebe. Allen eine fröhliche und friedliche gesegnete Weihnachten Bari
Artikel: The Two Queens and the King
Liebe Margarete, das freut mich sehr! Danke für das Lied, ich werde es mir anhören! Und "Flecken deiner Seele"... sehr schöne Benennung, das nehme ich mit. :) Ich finde ja, wie sollten unserer Seele so viel mehr Aufmerksamkeit schenken, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, aber natürlich auch darüber hinaus. Damit die Flecken größer werden ;), das täte uns und damit auch der Welt gut.
Artikel: Und es ward Dunkelheit: Über meine Liebe zur dunklen Jahreszeit
Richtig schön zu Weihnachten, vielen Dank
Artikel: Die vergessenen Frauen
Also durchatmen und noch einmal (seufz) Liebe Dorothee, der Text ist an mir vorbeigegangen, deswegen habe ich mich nicht früher gemeldet! Ich finde so spannend, was du schreibst. Und ich glaube, ich finde jetzt nur eine Synthese von dem, was ich eben geschrieben habe (und wie du das auch kennst, leide ich und langweile ich mich ganz schrecklich, wenn ich nochmal dasselbe schreiben muss und zudem all die schönen spritzigen „Erst-Formulierungen“ von eben eh nicht mehr hinbekomme): Ich frage mich zum einen, ob diese Differenzierung der Gefühle, die sich im „liebes-nahen“ Bereich abspielen, notwendig sind für monogame Beziehungslandschaften, in der ja Crushs als potentiell bedrohlich angesehen werden. Und ich hatte das dann verneint, denn ich finde, dass die „Crush-Theorie“ Sprachefinden und Kommunikation ermöglicht von Gefühlen, die man vor der Partner*in verstecken musste, eben weil es oft schlechte Gefühle wie Eifersucht usw. geweckt hat. Und ich denke, dass eine solche Ausdifferenzierung und Sprachefinden nur gut sein kann, denn mehr Wissen und Sprache und Zulassen von Liebe und Freude verändern unsere Weltsicht ins Gute. Dann war der andere wichtige Punkt, dass ich NEUERDINGS auch öfter einen Crush auf Männer bekomme. Und wenn ich länger darüber nachdenke, dann sind es immer Männer, die auch ihre (weiblichen) Energien fließen lassen (also patriarchale Fühl- und Denkmuster hinter sich gelassen haben), die klug, feministisch, offen, neugierig sind, die zuhören und interessiert sind an dem, was andere sagen und es in ihr Denken integrieren, deren Denken unabgeschlossen und wertfrei ist und von innen heraus geschieht. Und ich schreibe „neuerdings“, weil ich diese Männer erst seit Kurzem „finde“, und zwar, seit ich mich mit spirituellen Philosophien und besonders mit der Astrologie beschäftige. Hier ist nichts geschlossen, und alles ist im Flow und in der Entwicklung und unklar, und Männer, die das aushalten können, die faszinieren mich. Es sind Männer mit emotionaler Reife und sehr oft mit kleinem Ego, aber großem Herzen und Seele und einem Drive und Wille zu Wissen von tief innen heraus; denen mittlerweile egal ist, was die Wissenschaftscommunity beispielsweise zu ihrem Forschungsinteresse sagt. Das finde ich sehr crushig ;). Mein neuester Crush ist der Philosoph, Psychologe und Astrologe Richard Tarnas. Ich lese seine Bücher und höre und schaue Podcasts mit ihm in ähnlicher Verzückung, wie ich z.B. Ekaterinas Tanzschule in „Let’s Dance“ zuschaue (siehe mein Crush-Text). Ich schreibe das, weil ich Parallelen sehe zu dem, was du schreibst, Dorothee, was das Geschlecht angeht, das auf uns jeweils erotische Anziehungskraft ausübt. Auch ich finde da also neue Sprache und neue Differenzierung. Und ich finde noch spannend, dass mich übrigens auch nur Frauen crushig interessieren, die diese Offenheit haben, die sich für fehlbar halten, die mutig und riskant und unabgeschlossen in ihrem Denken und Fühlen sind, die sich von ihrer Intuition leiten lassen (ob bewusst oder unbewusst, ist erstmal egal und wäre ja spannend herauszufinden), die irgendeine witchcraft haben und im besten Falle dazu stehen, ja, die allen Aspekten des Lebens – auch den profanen und alltäglichen – eben mit Freude, Neugierde und Staunen begegnen. Vielleicht ist mein „Crush-Muster“ also gar nicht entlang der Geschlechterlinie. Ich fände das ja noch viel interessanter. Mir kommen noch mehr, noch zu wenig elaborierte Gedanken jetzt in den Kopf… die Serie geht ja hoffentlich noch eine Weile, sodass sie sich die Gedanken noch weiterentwickeln können. Danke, liebe Dorothee!!!
Artikel: Ein Crush vor mehr als 50 Jahren und einer vor wenigen Wochen