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Rubrik Blitzlicht

“Let the sunshine in, let the sunshine in, the sunshine in”

Von Dorothee Markert

In der Kunsthalle München wird zurzeit eine Ausstellung zum Thema HAAR – MACHT – LUST gezeigt. Weil ich gerade in München war und das Thema interessant fand, ging ich zusammen mit meiner Partnerin hin. 

Gleich im ersten Saal hatte ich den Eindruck, dass das keine Kunstausstellung ist, sondern eine Bildungsveranstaltung. Die schien mir zunächst recht gut gemacht, doch von Kunst erwarte ich mehr: Inspiration, eine neue Sicht, Denkanstöße, und vor allem, dass mich etwas berührt. 

Als wir alles angeschaut hatten, stellten wir fest, dass nichts uns berührt hatte außer dem Video von Marina Abramovic, in dem sie sich immer wütender die Haare bürstet.

Beim weiteren Nachdenken, woher die Oberflächlichkeit und Beliebigkeit der Aneinanderreihung von Exponaten wohl kam – sie erinnerte mich an “Besinnungsaufsätze” aus meiner Schulzeit oder an frühe KI-Texte – fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: Zu keinem der drei Stichworte kann etwas Substanzielles gesagt werden, wenn die Geschlechterdifferenz dabei kein zentraler Gedanke ist oder doch zumindest mitgedacht wird. Bei kaum einem Thema ist es so offensichtlich wie bei “Haare”, wie unterschiedlich es sich in all seinen Aspekten für Frauen (in ihrer Unterschiedlichkeit) und für Männer (in ihrer Unterschiedlichkeit) darstellt. Dass im Jahr 2026 eine – äußerst aufwendige und breit beworbene – Ausstellung gestaltet werden kann, in der die Geschlechterdifferenz immer noch ignoriert wird, ist schon erstaunlich. Doch man könnte diese Ausstellung, die im Anschluss auch noch in Freiburg gezeigt wird, als Forschungsfeld nutzen, um aufzuzeigen, wie oberflächlich und falsch Aussagen werden können, wenn darin die Geschlechterdifferenz nicht mitgedacht wird.

Autorin: Dorothee Markert
Redakteurin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 19.05.2026
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Gabriele Medam sagt:

    Ja, das kann ich mir wirklich gut vorstellen, wie enttäuschend so ein ‘Kunstbesuch’ ist, wenn man selbst als Frau (oder Mann) (oder Selbstdefiniertes Wesen) darin nicht vorkommt. Schade. Gerade Haare sind doch eine wesentliche Möglichkeit sich zu fühlen und zu gestalten. Und auch Macht auszuüben. Oder Lust zu schenken. Na ja, vielleicht lernen wir dazu.

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