Forum für Philosophie und Politik
Sorgerecht und väterliche Gewalt
Ein wichtiges Buch stellt Anfragen an das Bundesverfassungsgericht und ist gleichzeitig ein Plädoyer für die Rechte von Müttern.
Die bedeutende Vordenkerin des italienischen Differenzfeminismus ist am 20. April 2026 im Alter von 89 Jahren gestorben.
Ich hatte einen Crush… auf “Eine Dame”
Es gibt eine zweiten Text in der Serie “Ich habe einen Crush auf… eine Frau!” Jutta Pivecka erinnert sich an eine ganz besondere Frau, die auf sie als Kind eine magische Anziehungskraft ausübte.
„Wir waren das Ende des Nebenwiderspruchs“ – fünfzig Jahre Courage
Vor genau fünfzig Jahren, 1976, wurde die links-feministische Zeitung “Courage” gegründet. Am 22. Juni gibt es zum Jubiläum ein großes Fest in Berlin. Die Journalistin und Publizistin Sibylle Plogstedt gehörte damals zu den Gründerinnen. Antje Schrupp sprach mit ihr über Feminismus, Veränderungen und bleibende Themen.
Beginen – ein attraktiver Lebensentwurf
Ein kleiner Einblick in die Beginenbewegung früher und heute.
Walk in my shoes – eine Ausstellung über Gewalt an Frauen
Ewa Hammerla und Tatjana Selemba-Hohmann haben eine hörenswerte und sehenswerte Ausstellung und Audio-Reisen durch 13 persönliche Geschichten zur Gewalt gegen Frauen erstellt. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann bei der Kathinka-Platzhoff-Stiftung ausgeliehen werden.
Von Kathleen Oehlke

Das Freibad ist wieder geöffnet. Also fahre ich wieder regelmäßig dorthin und dabei am Städtischen Klinikum vorbei. Über den Parkplatz, dann links, dann an der Zufahrt zum Zentrum für Kinder und Frauen vorbei. Zentrum für Kinder und Frauen? Und es geht los. Da ist mehr als ein diffuses Unbehagen und das geht so:
Zentrum für Kinder und Frauen. Ich bin eine Frau. Ohne Kinder. Da steht zwar ganz eindeutig “Zentrum für Kinder und Frauen” und nicht “Zentrum für Frauen mit Kindern”. Trotzdem fühle ich mich als Frau ohne Kind nur so halb mitgemeint. Schließlich sind da die ganzen Kinder, deren Mutter ich nicht bin und und die vielen Frauen, die gerade im Begriff sind, (nochmal) Mutter zu werden. Natürlich sind da auch die Frauen, die aus weniger erfreulichen Gründen dort sind. So eine Patientin wäre ich dann auch. Und das ist es. Ich würde ja nicht mit einem entzündeten Blinddarm dort auftauchen. Obwohl über dem Eingang steht “Zentrum für Kinder und Frauen” und obwohl sich der entzündete Blinddarm im Inneren eines, meines, Frauenkörpers befindet. Es ist nämlich in Wirklichkeit kein Zentrum für Frauen im Allgemeinen. Es geht letztendlich um Reproduktion und alles, was direkt oder indirekt damit zu tun hat. Ich fühle mich ein bisschen getäuscht. Ausgerechnet die Körperteile und Organe, die ich nicht wirklich benutze (die aber natürlich trotzdem krank werden können), bekommen eine eigene Klinik, die sich dann Frauenklinik nennt, als wäre sie für den ganzen Körper da.
Und dann ist da noch etwas: Es heißt immer, Kinder seien keine kleinen Erwachsenen. Dem stimme ich zu und finde es folgerichtig, dass sie speziell ausgebildetetes medizinisches Personal und passende Gerätschaften und ein “Zentrum für Kinder” bekommen. Was ist dann aber mit Frauen? Sind sie dieser bzw. der Logik des Schildes über der Tür folgend, keine, ja was eigentlich, “normalen” Erwachsenen? Uraltes Thema, Aristoteles lässt grüßen. Dem Lageplan des Klinikums zufolge gibt es verschiedene spezialisierte Fachklininiken für allerhand Köperteile und Krankheiten für “normale Menschen” und dann eben noch das Zentrum für Kinder und Frauen. Eine Männerklinik findet sich nicht. Was müsste denn über dem Eingang stehen, damit ich dort ohne innere Unruhe vorbeifahren könnte? Manchmal heißt sowas “Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe”. Damit käme ich klar.
Nachtrag: Hier geht es ausdrücklich nur um die Bezeichnung der Einrichtung, nicht um Behandlungsansätze oder gar um geschlechtersensible Medizin, deren Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Allen, die es brauchen, wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung.
… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

Illustration: Annekatrin Zint