Forum für Philosophie und Politik
Vom Da-sein, wenn nichts mehr da ist
Annette Meinecke erzählt von dem überraschenden Genuss, den eine Dose Leberwurst bereiten kann.
Für Luisa Muraro, verstorben am 13. Juni 2026
Zum Tod von Luisa Muraro veröffentlichen wir hier einen Nachruf, den Laura Colombo vom Mailänder Frauenbuchladen geschrieben hat, übersetzt von Traudel Sattler.
Luisa Muraro, die vielleicht wichtigste Philosophin unserer Zeit (für alle, denen weibliche Freiheit am Herzen liegt), ist am Samstag, 13. Juni 2026, kurz vor ihrem 86. Geburtstag gestorben.
Ein Crush vor mehr als 50 Jahren und einer vor wenigen Wochen
Eine weitere Crush-Erzählung zu unserer Serie
“Let the sunshine in, let the sunshine in, the sunshine in”
Vom Besuch einer Ausstellung brachte Dorothee Markert außer einem Ohrwurm auch noch eine wichtige Erkenntnis mit.
Zwei Palliativ-Pflegerinnen haben ein Buch über ihre Arbeit geschrieben.
Von Antje Schrupp

Kürzlich machte eine befreundete Feministin eine Beobachtung, die mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht. Ihr war aufgefallen, dass fast alle feministischen Debatten und Themen sich seit geraumer Zeit mit dem Thema der sexualisierten Gewalt beschäftigen. Die feministischen Heldinnen heißen Gisèle Pelicot und Collien Fernandez, wir sprechen über Femizide und Vergewaltigungen, über die sexistische Manosphere im Internet, über häusliche Gewalt, über Identitätsklau und mit Hilfe von KI hergestellte Deepfakes, über KO-Tropfen in Drinks.
Und ja, ganz unbestreitbar sind Frauen, die sich gegen sexualisierte Gewalt wehren, Heldinnen, und ganz ohne Frage ist Gewalt gegen Frauen weiterhin ein wichtiges Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann und gegen das wir als Gesellschaft noch viel mehr unternehmen müssen.
Aber: Feminismus ist doch noch so viel mehr als das!
Feminismus, das sind Ideen dafür, wie eine Gesellschaft ohne Geschlechterhierarchien aussehen könnte. Praktiken, wie Menschen miteinander umgehen können, sodass ihre Unterschiede fruchtbar werden statt lähmend. Eine Welt, in der Frauen als freie, schöpferische, inspirierende Menschen in Erscheinung treten, die Vorbilder sind und an denen andere sich orientieren können.
Feminismus ist nicht in erster Linie ein Kampf gegen Gewalt und Unterdrückung, sondern eine Vision von Freiheit und gutem Leben für alle.Aber irgendwie, so scheint mir, ist dieser Aspekt heute fast unsichtbar. So schade!
Habt Ihr Ideen, woran das liegt – und wie wir das vielleicht ändern können?
… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

Illustration: Annekatrin Zint