beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "hervorbringen"

“Nicht indifferent sein”

Einige Menschen haben sich gewünscht, die Dankesrede von Antje Schrupp zum Luise Büchner Preis für Publizistik noch einmal nachlesen zu können – voilà.

Neu in "erzählen"

Brotbacken: Trauer und Trost

Silke Kirch erzählt von Trauer und Trost beim Backen von Brot.

Neu in "erinnern"

Luise-Büchner-Preis für Antje Schrupp

Am 23. November 2025 wurde in Darmstadt der Luise-Büchner-Preis für Publizistik an unser Redaktionsmitglied Antje Schrupp verliehen. Wir veröffentlichen die Laudatio von Dorothee Markert.

Neu in "denken"

Weiterdenken nach dem Bzw-Redaktionstreffen: Über gut und böse

In unserem letzten bzw-Redaktionstreffen gab es ein sehr inspirierendes Gespräch über gut und böse. Danach hatte ich einen interessanten Traum, an dem ich weiterdenken konnte. Eine Einladung zum Weiterspinnen.

Neu in "denken"

Seine und ihre Stimme

An Sprachnachrichten scheiden sich die Geister. Auch die die Geschlechter? Vielleicht.

Neu in "unterwegs"

„Wie wenn das Licht angeht“ – das Denken von Luisa Muraro

Um das Werk der italienischen Philosophin Luisa Muraro zu würdigen, gab es im September einen Studientag an der Katholischen Universität Mailand. Andrea Günter hat daran teilgenommen und berichtet.

Sportliche Übung zum Jahresende oder: Gibt es ein gutes Ende?

Von Maria Coors

„Ich bin nicht gut mit Abschieden“, sage ich manchmal über mich, sage ich manchmal auch zu anderen Menschen. Und das ist so wahr wie irgendwie auch trivial. Ist da überhaupt jemand gut drin? Wenn man „gut“ sein könnte mit Abschieden, dann müsste man ja auch „besser“ werden können, dann müsste man es üben können. Wenn man es üben kann, dann müsste es doch möglich sein, das gute-Enden-üben zu operationalisieren. Dann könnte man z.B. üben: Sich selbst (und andere) auf Abschiede vorzubereiten. Üben, Beziehungen so zu leben, dass das Ende mitgedacht ist. Geht das? Vielleicht viel konkreter: Üben, sich gut zu verabschieden. Üben, das Gewesene wertzuschätzen. Üben, nichts schuldig zu bleiben. Oder vielleicht auf einfach: Akzeptanz dafür üben, dass es endet.

Gelegenheiten zur Übung von all dem gibt es viele und ich habe schon einige wahrgenommen. Der Satz am Anfang bleibt trotzdem wahr. Ich kann nicht erkennen, dass ich bislang wesentlich besser geworden bin. Vielleicht lässt es sich auch einfach nicht umdrehen. Für mich ist das wie Sport machen: Üben geht, ja, aber besser werde ich davon meistens nicht. Worin ich vielleicht doch ein bisschen besser geworden bin: Ich kann inzwischen ein bisschen besser üben. Das macht mir manchmal (manchmal!) sogar Spaß. Aber gut bin ich weder im Sport noch mit Abschieden.

In diesem Sinne, geh ich jetzt eine Runde in die Lieblingsmuckibude – die, die im Advent immer überall Plätzchenteller aufstellt – und wünsche euch möglichst viel Spaß bei den Abschiedsübungen vom alten Jahr. Ich verspreche euch kein Happy End, aber ich wünsche euch einen guten (neuen) Anfang!

Autorin: Maria Coors
Eingestellt am: 07.12.2025

Unsere Demokratie braucht nicht noch mehr von allem

Von Juliane Brumberg

Letztens hatte ich endlich die Muße, mir den Film „Die Unbeugsamen 2“ anzuschauen. Ein Film über starke Frauen in der DDR, die mich sehr beeindruckt haben. Am meisten hängengeblieben sind aber zwei Zitate aus dem Film:

Frauen wollen Menschen werden, Männer wollen was erreichen. (Maxie Wander)
Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn. (Irmtraut Morgner)

Foto: Alexander Hauk/Pixelio

Das kann man wörtlich nehmen oder ironisch interpretieren. Für mich hat es auch was mit dem Zustand unserer Demokratie zu tun. Tatsache ist, den Menschen in Deutschland geht es relativ gut, gleichzeitig leben wir alle über unsere Verhältnisse. Wir müssen uns einschränken. Die meisten Menschen wissen das, könnten es ohne schlimme Verluste und viele wären auch dazu bereit, wenn man es ihnen plausibel vermittelt. Aber was tun die Parteien respektive die Politiker und Politikerinnen? Sie versprechen uns das Blaue vom Himmel herunter und eiern herum. Weil sie feige sind und weil sie wiedergewählt werden wollen. Damit verkaufen sie die Wähler und Wählerinnen für dumm. Was wir brauchen, sind intakte Schulen, funktionierende Kanalisationsanlagen, die Sanierung von einsturzgefährdeten Brücken, ein gutes Bahnnetz usw. Es kann nicht mehr jedes Kreiskrankenhaus erhalten werden, jede Kleinstadt ein eigenes Theaterensemble haben, jede Umgehungsstraße mit großzügigen Anbindungen gebaut und jede Beamtenpension erhöht werden. Doch niemand traut sich, das zu sagen. Kaum bringt jemand das ein oder andere ins Gespräch, gibt es einen Aufschrei – in den Medien mehr als bei den einzelnen Menschen. Die Politiker rudern zurück und schieben das, was nötig ist, auf die lange Bank. Weil sie sich nicht unbeliebt machen wollen. Doch wie wir an dem Wahlverhalten sehen, haben sie sich vielleicht gerade dadurch unbeliebt bzw. unglaubwürdig gemacht. Mehr Realismus, mehr Ehrlichkeit und die Bereitschaft, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen sowie schmerzhafte Einschränkungen mit Umsicht und Klarheit umzusetzehn, würden unserer Demokratie gut tun.

Autorin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 12.10.2025
Tags: , ,

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint