Forum für Philosophie und Politik
Luisa Muraro, die vielleicht wichtigste Philosophin unserer Zeit (für alle, denen weibliche Freiheit am Herzen liegt), ist am Samstag, 13. Juni 2026, kurz vor ihrem 86. Geburtstag gestorben.
Ein Crush vor mehr als 50 Jahren und einer vor wenigen Wochen
Eine weitere Crush-Erzählung zu unserer Serie
Zwei Palliativ-Pflegerinnen haben ein Buch über ihre Arbeit geschrieben.
Sorgerecht und väterliche Gewalt
Ein wichtiges Buch stellt Anfragen an das Bundesverfassungsgericht und ist gleichzeitig ein Plädoyer für die Rechte von Müttern.
Kathleen Oehlke beschreibt ihre Gedanken, die sich melden, wenn sie auf dem Weg zum Freibad an der Frauenklinik vorbeifährt.
Die bedeutende Vordenkerin des italienischen Differenzfeminismus ist am 20. April 2026 im Alter von 89 Jahren gestorben.
Von Dorothee Markert

In der Kunsthalle München wird zurzeit eine Ausstellung zum Thema HAAR – MACHT – LUST gezeigt. Weil ich gerade in München war und das Thema interessant fand, ging ich zusammen mit meiner Partnerin hin.
Gleich im ersten Saal hatte ich den Eindruck, dass das keine Kunstausstellung ist, sondern eine Bildungsveranstaltung. Die schien mir zunächst recht gut gemacht, doch von Kunst erwarte ich mehr: Inspiration, eine neue Sicht, Denkanstöße, und vor allem, dass mich etwas berührt.
Als wir alles angeschaut hatten, stellten wir fest, dass nichts uns berührt hatte außer dem Video von Marina Abramovic, in dem sie sich immer wütender die Haare bürstet.
Beim weiteren Nachdenken, woher die Oberflächlichkeit und Beliebigkeit der Aneinanderreihung von Exponaten wohl kam – sie erinnerte mich an “Besinnungsaufsätze” aus meiner Schulzeit oder an frühe KI-Texte – fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: Zu keinem der drei Stichworte kann etwas Substanzielles gesagt werden, wenn die Geschlechterdifferenz dabei kein zentraler Gedanke ist oder doch zumindest mitgedacht wird. Bei kaum einem Thema ist es so offensichtlich wie bei “Haare”, wie unterschiedlich es sich in all seinen Aspekten für Frauen (in ihrer Unterschiedlichkeit) und für Männer (in ihrer Unterschiedlichkeit) darstellt. Dass im Jahr 2026 eine – äußerst aufwendige und breit beworbene – Ausstellung gestaltet werden kann, in der die Geschlechterdifferenz immer noch ignoriert wird, ist schon erstaunlich. Doch man könnte diese Ausstellung, die im Anschluss auch noch in Freiburg gezeigt wird, als Forschungsfeld nutzen, um aufzuzeigen, wie oberflächlich und falsch Aussagen werden können, wenn darin die Geschlechterdifferenz nicht mitgedacht wird.
… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

Illustration: Annekatrin Zint